Die Mitgliedervertreterversammlung der PENSIONSKASSE hat am 22.06.2023 das Geschäftsjahr 2022 mit Dank an Mitarbeitende und Vorstand der PENSIONSKASSE gewürdigt, den durch das Vorstandsmitglied, Herrn Stephan Meyer, vorgestellten Jahresabschluss zum 31.12.2022 genehmigt und die Gremienmitglieder von Aufsichtsrat und Vorstand entlastet.
Auch in diesem Jahr konnte angesichts der trotz schwieriger Rahmenbedingungen zufriedenstellenden Ergebnisse und wirtschaftlich stabilen Lage der PENSIONSKASSE (u.a. Nettoverzinsung der Kapitalanlagen von 3,2%, Solvabilitätsquote von über 200%, weiter steigende Beiträge, Biometriegewinne) wieder eine Überschussbeteiligung im jüngsten Tarif der Kasse gewährt werden.
Details können Sie unserem Geschäftsbericht 2022 entnehmen, den Sie unter der Rubrik Geschäftsberichte finden.
Im Rahmen der Mitgliedervertreterversammlung hat Herr Frank Oliver Paschen in seiner Funktion als Kapitalanlagenvorstand einen ausführlichen Kapitalanlagenbericht erstattet, der sich in Hinblick auf den Jahresabschluss 2022 mit einem Blick zurück auf das Weltgeschehen und im Speziellen auf die PENSIONSKASSE bezogen hat. Er hat darüber hinaus die aktuelle Situation beleuchtet und abschließend einen Ausblick nach vorne gegeben.
Herr Paschen ging dabei insbesondere auf die durch den russischen Angriffskrieg ausgelöste Spirale aus Energiekrise, steigender Inflation, eingreifender Zentralbankpolitik und die daraus resultierenden Zinserhöhungen ein, die massive Auswirkungen auf das globale Wirtschaftsleben und die Finanzmärkte hatten. So haben bis auf Gold und Öl alle Anlageklassen im Jahr 2022 zwischen 10% und 25% Verlust gemacht und insbesondere die Anleihenmärkte haben die größte Wertvernichtung seit über sieben Jahrzehnten erleiden müssen. Alleine im deutschen Pensionswesen ist es zu einem Verzehr von Reserven in Milliardenhöhe gekommen.
Die PENSIONSKASSE selbst konnte sich diesem Trend auch nicht entziehen, aber dank guter Diversifikation, professionellem Risikomanagement, aktiv gemanagter Mandate und einer guten Ertragslage im Immobiliendirektbestand (Bruttorendite 4,6%) die Verluste begrenzen und wies zum 31.12.2022 saldierte stille Reserven in Höhe von 32 Millionen Euro auf. Alleine die neu bewerteten gewerblichen Immobilien haben einen Wertzuwachs von 26 Millionen Euro aufzuweisen. Dies und die vorhandenen weiteren ca. 25 Millionen Euro stillen Reserven im Wohnimmobilienbestand, lassen die Verluste von ca. 11% (inklusive Ausschüttung) im Spezial-AIF und die dort entstandene stille Last von 25,9 Millionen Euro (9% des Buchwertes) besser verschmerzen.
Weiter bleibt positiv festzuhalten, dass durchgängig genügend Risikokapital vorhanden war, keine Notverkäufe getätigt werden mussten und sowohl die Prognoserechnung als auch der Stresstest bestanden wurden. In Summe hat die PENSIONSKASSE besser als der Durchschnitt des Marktes abgeschnitten.
Herr Paschen führte weiter aus, dass durch einen Teilverkauf der Hinschwiese ein außerordentlicher Ertrag in Höhe von 3,4 Millionen Euro erwirtschaftet werden konnte, sodass zur Schonung des Spezialfonds dort die Ausschüttung von den ursprünglich geplanten 10 Millionen Euro auf 5,5 Millionen Euro herabgesetzt werden konnte. Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen betrug 3,2% und lag damit deutlich oberhalb des Rechnungszinserfordernisses.
Mit Blick auf das Jahr 2023 stellte Herr Paschen fest, dass die Vermietungssituation in den 14 direkt gehaltenen Immobilien stabil ist und sich bei allerdings volatilen Märkten die stille Last im Fonds um einige Millionen reduziert hat, das Jahr aber in Gänze als Übergangsjahr angesehen werden muss, das Chancen aber auch Risiken beinhaltet. Insbesondere ist nicht klar, wie lange und mit welchen Auswirkungen der Krieg weiterlaufen wird, ob die Fed nach der zuletzt eingelegten Zinserhöhungspause weitere Zinsschritte vornehmen wird und ob es durch die sich verstärkenden Rezessionsängste zu Rücksetzern am Aktienmarkt kommen wird.
Mit Blick nach vorne stellte Herr Paschen fest, dass Pensionsverpflichtungen etwas Langfristiges seien und deswegen die stichtagsbezogene Analyse stets nur eine Momentaufnahme darstelle, wichtiger aber der langfristige Trend/Erfolg sei. Er führt aus, dass die strategische Assetallocation (derzeit 36% Immobilienquote, 28% Festverzinsliche, 21% Aktien und 8% physisches Gold/Silber, jeweils bezogen auf den Marktwert) nicht angepasst werden soll, da sie sich sowohl im letzten Krisenjahr als robust, diversifiziert und resilient gezeigt hat, als auch in normalen Jahren gute Ertragschancen bietet. So hat der Spezialfonds trotz des schwierigen Jahres 2022 seit Auflegung eine durchschnittliche Performance von 3,6% p.a. erreicht und lassen insbesondere die zahlreichen festverzinslichen Titel in den aktiv gemanagten Mandaten mit Blick nach vorne höhere Renditen erwarten.
Herr Paschen führte schließlich aus, dass man zuversichtlich sei, dank aktivem Management, ALM, Risikomanagement und Reporting auch zukünftig eine risikobegrenzende und ertragsstarke Kapitalanlage als Basis für eine attraktive Betriebsrente bieten zu können. Das Ziel sei es, nicht nur Realkaufverluste zu vermeiden, sondern den Versicherten auch Überschussbeteiligungen gewähren zu können.

