Entgeltumwandlung

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Entgeltumwandlung

Ursprünglich wurde die betriebliche Altersversorgung vom Arbeitgeber allein finanziert. Seit einiger Zeit beteiligen sich verstärkt die Arbeitnehmer an der Finanzierung, indem sie auf Teile ihres Entgelts zugunsten einer betrieblichen Altersversorgung verzichten (sog. Entgeltumwandlung). Ein Anspruch auf Entgeltumwandlung bestand in der Vergangenheit nicht. Erst seit dem 1. Januar 2002 ist dieser Anspruch der Arbeitnehmer gesetzlich verankert.

Was ist Entgeltumwandlung?

Eine Entgeltumwandlung liegt vor, wenn der Arbeitnehmer auf Teile des bereits vereinbarten Entgelts (z.B. auf einen Teil des Weihnachts- oder Urlaubsgeldes) für künftig zu erbringende Arbeitsleistungen verzichtet und dieser Teil vom Arbeitgeber zum Erwerb einer wertgleichen Anwartschaft auf betriebliche Altersversorgung verwendet wird.

Beispiel 1:
Im Januar vereinbaren Arbeitnehmer und Arbeitgeber, das Weihnachtsgeld zugunsten einer betrieblichen Altersversorgung umzuwandeln. In diesem Fall liegt eine Entgeltumwandlung vor.

Beispiel 2:
Zu Beginn des Jahres bietet der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer entweder eine Gehaltserhöhung oder eine betriebliche Altersversorgung an. Einigen sich nun Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf eine betriebliche Altersversorgung an Stelle einer Gehaltserhöhung, liegt keine Entgeltumwandlung vor.

Wandelt ein Arbeitnehmer Entgelt in eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds um, so muss ihm das Recht eingeräumt werden, den Vertrag nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit eigenen Beiträgen fortzusetzen.

Wie hoch ist der Entgeltumwandlungsanspruch?

Der gesetzliche Anspruch auf Entgeltumwandlung ist in der Höhe begrenzt, d.h. es gibt einen Höchst- und einen Mindestbetrag, der umgewandelt werden darf.

Höchstbetrag
Der Arbeitnehmer kann von seinem Arbeitgeber verlangen, dass dieser jährlich maximal bis zu insgesamt 8% der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der gesetzlichen Rentenversicherung von seinem Gehalt zum Aufbau einer betrieblichen Altersversorgung verwendet. Im Jahr 2018 sind das 6.240,00 EUR. Bis zur einer Höhe von 4% der Beitragsbemessungsgrenze (z. Zt. 3.120,00 EUR) sind zusätzlich keine Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen. Dieser Anspruch besteht unabhängig von der Höhe des individuellen Entgelts.

Mindestbetrag
Der Arbeitnehmer kann verlangen, dass der Arbeitgeber mindestens 1/160 der monatlichen Bezugsgröße nach § 18 Abs. 1 des Vierten Buchs Sozialgesetzbuch (SGB IV) für dessen betriebliche Altersversorgung umwandelt.

Möchte der Arbeitnehmer laufende Teile seines regelmäßigen Entgelts umwandeln, kann der Arbeitgeber wiederum verlangen, dass gleich bleibende Beträge verwendet werden.

Wer hat Anspruch?

Der Anspruch auf Entgeltumwandlung besteht nur gegen den Arbeitgeber, bei dem der Arbeitnehmer pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung beschäftigt ist, z.B.:

  • in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversicherte Anspruchsberechtigte sind Arbeitnehmer und Auszubildende,
  • geringfügig Beschäftigte, die auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichtet haben,
  • in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversicherte arbeitnehmer  ähnliche Selbständige.

Nicht anspruchsberechtigt sind:

  • Soldaten,
  • Beamte,
  • Richter,
  • Mitglieder eines berufsständischen Versorgungswerks.

Entgeltumwandlung und Riester-Förderung

Wandelt der Arbeitnehmer Entgelt zugunsten einer Direktversicherung, Pensionskasse oder eines Pensionsfonds um, kann er hierfür die Riester-Förderung beanspruchen.

Voraussetzung für die Riester-Förderung ist, dass die Beiträge aus individuell versteuertem und in der Sozialversicherung verbeitragtem Entgelt des Arbeitnehmers geleistet werden und die Versorgungseinrichtung eine lebenslange Altersversorgung im Sinne des Gesetzes über die Zertifizierung von Altersvorsorgeverträgen gewährt. Eine Zertifizierung ist im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung nicht erforderlich.

Fördermöglichkeiten

Der Aufbau betrieblicher Altersversorgung durch Entgeltumwandlung wird unterschiedlich steuerlich gefördert. Es besteht z.B. die Möglichkeit, eine betriebliche Altersversorgung

  • steuer- und sozialversicherungsfrei,
  • pauschal versteuert und sozialversicherungsfrei,
  • pauschal versteuert und sozialversicherungspflichtig oder
  • individuell versteuert und nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge mit Riester-Förderung aufzubauen.

Für Sie als Arbeitnehmer sind die Fördermöglichkeiten nicht begrenzt. Sie können die Wege auch miteinander kombinieren. Eine Riester-Förderung erhalten Sie aber nur auf individuell versteuerte und verbeitragte Beiträge.